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7 Floskeln, von denen du besser die Finger lässt

„Ich bitte um Kenntnisnahme.“ Wer kennt diese Floskel nicht? Etwas Überflüssigeres kann man kaum in einem Brief oder einer E-Mail schreiben.

Bin ich es meinem Gegenüber nicht wert, einen persönlichen und individuellen Satz zu formulieren? Denn Floskeln sind austauschbar, pauschal und oberflächlich. 
 
Ich präsentiere dir gleich 7 Floskeln und eine Möglichkeit, diese ein für alle Mal aus Deinem Wortschatz zu verbannen.

7 Floskeln, von denen du besser die Finger lässt

1

"Ich bitte um Kenntnisnahme."

Für mich persönlich die schlimmste Floskel. Ein typischer Zeitfresser: erst beim Schreiben und dann beim Lesen.

So ist es besser: Weglassen, denn, wenn der Satz gelesen wird, hat man den Brief oder das E-Mail „zur Kenntnis“ genommen.

2

"Danke für Ihre Aufmerksamkeit."

Wer kennt diesen Satz nicht? Typischerweise findet man ihn am Ende eines Vortrags oder einer Präsentation. Dabei ist es so: Man darf um Aufmerksamkeit bitten – aber dies ist ebenfalls herrlich einfallslos.

Besser: Das waren viele passende Ideen, setzen wir diese ab sofort gemeinsam um!

3

"Wir erlauben uns, Ihnen..."

Wenn sich jemand etwas ungefragt erlaubt, dann überschreitet er für mich eine Grenze. Drängt er mir seinen Willen auf?
Deshalb ergibt diese Floskel für mich inhaltlich keinen Sinn. Entweder fragt man um Erlaubnis oder man lässt es. Von daher ist der oft verwendete Satz «Wir erlauben uns, Ihnen unser Honorar in Rechnung zu stellen.» Müll! Der Job ist erledigt, warum «erlaubt» man sich dann, eine Rechnung dafür auszustellen?

Deshalb: weglassen!

4

"In diesem Zusammenhang teilen wir Ihnen mit, dass ..."

Die erste Frage, die mir dabei in den Kopf kommt: „In welchem Zusammenhang denn sonst?“

Besser so: «Bitte prüfen Sie die Unterlagen. Beachten Sie, dass wir die Kündigungsfrist verlängert haben.»

5

"Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn..."

Für mich hat verbunden eine emotionale Bedeutung. Man verbindet sich in der Ehe, ist einem Freund eng verbunden, mit einem Wort oder Bild verbindet man etwas oder irgendetwas ist mit Ärger verbunden.
Vor langer Zeit meinte man mit «jemandem verbunden sein», dass man ihm zu Dankbarkeit verpflichtet ist. Im Zeitalter von Instant Messaging und E-Mails ist so ein Gesülze überflüssig.

Besser: «Ich bin Ihnen dankbar, wenn Sie …»

6

"Bezug nehmen auf Ihr Schreiben vom..."

Dieser Einstieg stammt aus der Zeit, in der in den Amtsstuben am Stehpult mit Feder und Tinte geschrieben wurde. Die digitale Evolution hat diese Floskel bis heute nicht ausgerottet. Da fragt man sich, ob dies an den Beschäftigten in den Ämtern liegt, die neuerdings digital kommunizieren.

Besser: weglassen!


Wenn es trotzdem sein muss: «Vielen Dank für Ihr Schreiben vom …», «Sie haben mir am 1. Oktober 2020 mitgeteilt, dass …» oder «In Ihrem Angebot vom 13. April 2013 fehlen die Versandkosten.»

7

"Beiliegend sende ich Ihnen die gewünschten Dokumente."

Was der Empfänger sieht, muss man nicht schreiben. Er kann den Katalog nicht übersehen und entdeckt diesen vor dem Anschreiben. Dies gilt auch für den E-Mailanhang. «Angehängt» oder «Anbei» sind unnötig und bürokratisch.

Besser: «Wir senden Ihnen die gewünschten Unterlagen.» Oder «Unser Katalog zeigt Ihnen unsere neue Kollektion – farbig, inspirierend und voll im Trend!»

Hier findest du noch mehr Floskeln. Wenn du wissen willst, wie du diese Floskeln vermeidest, dann melde dich bei mir für ein Textcoaching!